ZugMon.de oder “Wer braucht schon Twitter?”

Die Idee, die Daten der Bahn zu nutzen um Informationen zu Zügen zur Verfügung zu stellen und damit neue Anwendungen zu ermöglichen, ist wohlwollend angenommen worden. Auch @ZugMon, der Live-Ticker der Verspätungen der ICE-Züge der DB auf Twitter, sammelt fleißig Follower. Allerdings ist nicht alles so rosig und das liegt vor allem an Twitter. Zeit für ZugMon.de!

Suchen und finden

Der Twitter-Account @ZugMon veröffentlicht im Minutentakt Verspätungsmeldungen der ICE-Züge der Bahn. Das funktioniert relativ gut – Details hierzu habe ich hier beschrieben. Will man einen Zug finden, so tippt man die Zugnummer als Hashtag in das Suchfeld und schon gibts Ergebnisse. Und hier beginnt das Problem. Hat man einen Twitter-Account, kann man auf der Website oder in einer der vielen Apps einfach die Suchfunktion aufrufen und loslegen. Hat man allerdings keinen Twitter-Account zur Hand, wird das schon etwas schwieriger. Die meisten Twitter-Apps kann man ohne Account garnicht benutzen und die Website fragt auch nur nach Zugangsdaten. Wie kann man also ohne einen Twitter-Account suchen?

Die Such-Seite von Twitter: http://twitter.com/search/

Die Suchfunktion bei der Twitter-Website gibt es auch ohne eigenen Account, man muss aber die Adresse kennen, denn verlinkt ist sie bei Twitter selbst nicht mehr. http://twitter.com/search/ zeigt einem auch ohne Anmeldung die typische Suchmaske inkl. Links zur erweiterten Suche und Erläuterungen zu Suchkommandos. Das funktioniert auch mit Mobilgeräten.

Wirkungsvolles Verstecken

Dass man ohne Anmeldung die Suchfunktion bei Twitter quasi nicht mehr findet, hat natürlich seinen Grund: Twitter ist im Zwang endlich vernünftig Geld mit seinen Nutzern zu verdienen und muss daher so viel wie möglich über diese erfahren um u.a. Werbung Zielgenau verkaufen zu können. Das funktioniert mit anonymen Benutzern nur eingeschränkt, weshalb man quasi zum Registrieren gedrängt wird. Die Suchfunktion und auch andere Funktionen wie RSS-Feeds sind zwar noch da, aber eben auch so versteckt, sodass man die Adressen kennen muss.

Im Endergebnis führt dies dazu, das Twitter nur von Personen mit Account benutzt wird. Das schränkt aber die Nutzer von @ZugMon auch künstlich ein. Da nicht zu erwarten ist, dass Twitter wieder vernüftig wird, muss man einen anderen Zugang bieten.

ZugMon.de

Gesagt, getan. ZugMon.de ist eine einfach zu bedienende Website, die die Zugnummer entgegennimmt und die Verspätungen kurz und überschaubar abbildet. Twitter braucht man als Benutzer nun nicht mehr, kann also die Adresse der Twitter-Suche gleich wieder vergessen. Realisiert ist die Website mit jQuery Mobile, also mit Fokus auf Mobilgeräte, funktioniert aber in jedem modernen Web-Browser. Als Backend verwendet ZugMon.de die Schnittstelle der Twitter-Suche.

Auf iOS-Geräten kann man die Website auch sehr einfach als Lesezeichen auf dem Homescreen ablegen und sie als Web-App benutzen. Getestet ist die Website auf Mobilgeräten u.a. iPhone/iPad, Android und Windows Phone. Erfahrungen und Probleme mit Geräten und Browsern bitte melden.

Als kleines Schmankerl habe ich noch eine Auto-Update-Funktion eingebaut – hat man eine Suche gestartet, so wird danach automatisch jede Minute nach neuen Ergebnissen gesucht und die Liste entsprechend aktualisiert. Die übertragenen Daten sind insgesamt sehr überschaubar, die Website eignet sich also gerade auch für die mobile Nutzung, wenn die Verbindung mal etwas dünner ist.

Und sonst?

Was mir immer mehr auffällt ist die Tatsache, dass Twitters “Echtzeit” nicht wirklich Echtzeit ist. D.h. es kommt immer wieder mal vor, dass die Twitter-Echtzeit-Suche Ergebnisse noch nicht anzeigt, obwohl sie schon lange mit dem Account veröffentlicht wurden. Hier muss also noch was passieren, damit das stabil funktioniert. Ich denke da im Moment an ein eigenes Backend statt Twitter, bin aber für Vorschläge und Hilfe offen.

Viele weitere Funktionen und Optionen bietet die Website derzeit noch nicht, werden aber Schritt für Schritt nachgerüstet. ZugMon.de ist erstmal live und wartet auf Eure Nutzung. Ich bin gespannt auf Meinungen, Anregungen und Kritik. Gern könnt Ihr auch etwas für Server und Domains spenden.

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