ZugMon.de mit eigenem Backend

ZugMon.de nutzt nun eine eigene Datenbasis und kann damit die Verspätungen noch exakter und schneller anzeigen. Vorher wurde die Twitter-Echtzeitsuche verwendet, die jedoch einige Probleme bereitete. Außerdem wurden weitere Zugtypen hinzugefügt, sodass nun vom ICE über EC und IC bis hin zu CNL und TGV alle wichtigen Typen unterstützt werden. Die Neurungen und Gründe im Detail…

Anfangen

Seit dem Start von @ZugMon, dem Twitter-Account mit den Verspätungsmeldungen der Bahn, war klar, dass Twitter nur ein Weg sein kann diese Informationen auszuspielen. Die Gründe liegen auf der Hand. Auch wenn die Nutzung von Twitter in Deutschland weiter wächst, so ist es doch noch ein Nischenkanal im Gesamtnetz. Eine Website ist für Nutzer eben deutlich einfacher nutzbar und in ihre Lebensumstände integrierbar. Deshalb entstand ZugMon.de.

Aber Twitter ist eben auch eine Datenbasis. Die veröffentlichten Meldungen können gesucht und per Hashtags zusammenhängende Sachverhalte gefunden werden. Deshalb hat die Website ZugMon.de im ersten Schritt nur ein neues Interface geboten und weiter die Datenbasis von Twitter, ganz konkret deren Echtzeitsuche benutzt. Somit konnte man auch ohne Twitter-Account an die gleichen Daten gelangen.

Die Twitter-Echtzeit

Spätestens hier musste ich feststellen, dass die Twitter-Echtzeit irgendwie etwas komisch ist. Hat man sich den @ZugMon-Account direkt angesehen, so konnte man den neuesten Meldungen im Minutentakt folgen. Hat man nach Hashtags oder Zugnummern gesucht, so bekam man immer öfter ältere oder auch garkeine sinnvollen Ergebnisse mehr, jedenfalls nicht die gerade geposteten Meldungen.

Ob das nun daran liegt, dass Zugnummern als Hashtags bei Twitter noch nicht so populär sind und deshalb die Suchfunktion schlechte Daten liefert ist unklar. Was man aber daraus lernen kann ist, dass man bei solchen Diensten in der Cloud eben direkt davon abhängig ist, was der Anbieter zulässt und wie gut er seine Schnittstellen und Dienste umsetzt.

Es muss was passieren

Also habe ich mich nach Alternativen umgeschaut. App.net ist in aller (Geek-)Munde und Robert Rowe war so nett, mir einen Invite für einen kostenlosen Account zu geben, danke nochmal dafür.

App.net verfolgt den Ansatz, eine Service- und Datenbasis für andere Dienste zu sein. Der Dienst “alpha” von App.net ist also nur begrenzt ein Twitter-Ersatz, sondern bietet weitere Möglichkeiten. In Abgrenzung zu vielen anderen Angeboten verlangt App.net von den Nutzern der Accounts Geld, ist dafür aber u.a. werbefrei. Es versteht den Nutzer als Kunden und nicht als zu vermarktendes Produkt. Ein Ansatz der gefällt.

Eben weil App.net in vielen Punkten versucht anders zu sein als Twitter, ist es leider für ZugMon.de nicht so einfach nutzbar. Zwar sind die Rate Limits, also die Grenzen, wieviele Meldungen man in einer Zeiteinheit veröffentlichen darf, lange nicht so stark begrenzt wie bei Twitter, es gibt sie aber trotzdem. Und auf der anderen Seite gibt es eben keine offene Suchfunktion ohne einen App.net Account. Das ist insofern schade, als man Hashtags problemlos direkt verlinken kann.

Eine offene Suche würde das App.net-Universum zugänglicher und den Dienst selbst deutlich populärer machen. Dass die kostenlosen Accounts keinen Zugriff auf die API erlauben und man also mindestens 100$ pro Jahr investieren müsste, um hier weiter zu gehen, haben das Thema App.net für ZugMon.de erstmal in den Hintergrund gerückt.

Alles muss man selbst machen

Eine gewisse Datenbasis hatte der Server hinter ZugMon, der die Verspätungen identifiziert und veröffentlicht, ja schon. Immerhin musste er sich ja merken, was bereits veröffentlicht wurde. Warum nicht diese Daten etwas aufbereiten und für die Suchfunktion benutzen? Gesagt, getan.

ZugMon.de benutzt nun die eigene Datenbasis und kann damit auf alle bekannten Verspätungen und Daten zurückgreifen, die aus den Daten von Opendatacity herausfallen, nicht nur auf die, die es zu Twitter geschafft und dann noch in deren Suche überlebt haben.

Da der begrenzende Faktor damit nicht mehr die Anzahl der Verspätungsmeldungen (=Tweets bei Twitter oder App.net) sondern schlicht die Zahl der Abrufe ist, kann ZugMon.de auch eine größere Palette an Zugtypen und Daten anbieten. Deshalb bietet ZugMon.de jetzt auch alle Zugtypen an, welche von Opendatacity erfasst werden – konkret: ICE, IC, EC, CNL und TGV.

Die @ZugMon Twitter-Meldungen laufen mit der Einschränkung auf ICE und CNL-Züge weiter, bieten jetzt aber auch einen Deeplink zu ZugMon.de, sodass man dort direkt mehr zum Zug erfahren kann.

Natürliches Wachstum

Derzeit verkraftet unser Hosting die Anfragen ganz unproblematisch. Sollte es irgendwann knapper werden, könnte man relativ einfach weitere Hardware auf das Problem werfen, also genau so, wie gute Skalierung aussehen soll.

Auch die automatische Aktualisierung kommt nun viel besser zur Geltung, da die Daten schneller zur Verfügung stehen. Im Moment habe ich einen einfachen Filter eingebaut, sodass die Daten möglichst nur von ZugMon.de aus abgerufen werden. Das ist aber auch nur ein Schutz, damit Überlastungen möglichst vermieden werden. Wer die Schnittstelle für eigene Zwecke nutzen möchte, möge sich bei mir melden.

ZugMon.de für die Zugfahrer da draußen

Die Informationsqualität und damit der Mehrwert von ZugMon.de hat sich mit der eigenen Datenbasis deutlich erhöht. Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen und eventuelle Probleme – gern höre ich aber auch Lobpreisungen usw. Ich denke, dass im Moment noch eine überschaubare Anzahl Personen ZugMon.de kennt, es aber für viele Menschen nützlich ist. Insofern: empfehlt das Projekt weiter und helft durch Hinweise, Likes, Shares und Flattrs & Spenden.

ZugMon.de: Flattr this Spenden mit PayPal

Ansonsten habe ich ein paar Ideen und auch Anregungen zur Weiterentwicklung von ZugMon und würde die gern zur Diskussion stellen. Was findet Ihr gut und wichtig, was würdet Ihr auch nutzen wollen?

  • Umkreis-Suche: zeige nur Verspätungen zu meinen Geo-Koordinaten an
  • zusätzliche Zugdetails: woher, wohin, alle Haltepunkte und deren Zeiten
  • eingebettete Tweets zu Zugnummern: so hält man Kontakt im Zug
  • Benachrichtigungsdienst für Verspätungen per Email, SMS, Twitter/App.net-Direktnachrichten, Messenger, …
  • Verknüpfung mit weiteren Datenquellen & Informationen, nähmlich…

Anworten bitte in die Kommentare. Vielen Dank auch an Opendatacity und die Süddeutsche Zeitung für die Befreiung dieser Daten.

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